am 02.09.2026 kommt mein neues Buch zu KI & Demokratie
Die gängige Erzählung fürchtet KI vor allem als Instrument staatlicher Kontrolle – und verkennt damit die eigentliche Verschiebung der Machtverhältnisse. Wer noch immer Orwells 1984 als Referenzfolie bemüht, übersieht eine simple Tatsache: Die entscheidenden Infrastrukturen unserer kognitiven und kommunikativen Praxis kontrollieren längst nicht mehr demokratisch legitimierte Institutionen, sondern eine Handvoll transnationaler Konzerne. Deren Geschäftsmodelle leben davon, Aufmerksamkeit, Daten und Verhaltensüberschüsse systematisch zu extrahieren. Was sich hier vollzieht, fasst der in dem Buch entwickelte Begriff des KI-Neokolonialismus: eine Aneignungslogik, die nicht mehr territorial, sondern epistemisch operiert – und in der Daten der kostbarste Rohstoff des digitalen Zeitalters werden.
Die demokratietheoretische Pointe dieser Diagnose erschöpft sich nicht in der Feststellung asymmetrischer Marktmacht zwischen Unternehmen und Individuum. Auch nicht in einem Fingerzeig auf die Big Tech Unternehmen. Sie zielt tiefer: Es ist systemimmanent, dass die Bedingungen der Möglichkeiten, die Demokratie ausmachen, durch KI-Systeme unterminiert werden.
Der Ausweg liegt weder in technikfeindlicher Regression noch in der naiven Hoffnung, juristische Regulierung allein werde schon nachsteuern. Was es braucht, ist nichts weniger als eine Renaissance dessen, was ich als epistemische Mündigkeit bezeichne.
und am 24.08.2026 kommt mein Generationenporträt: Das Millennial Dilemma
Ich bin Millennial – und umgeben von Millennials, die eines gemeinsam haben: Sie sind unglücklich. Als Philosophin frage ich mich daher: Warum?
Dieses Buch entwirft ein Generationenporträt: Was hindert uns am Glücklichsein? Was unterscheidet uns von anderen Generationen? Was hilft uns weiter? Ob in Fragen nachBeziehungen und Beruf, Klima und Kinder, Radikalisierung und Resilienz oder Sinn und Suche – Millennials leben wie kaum eine Generation zuvor zwischen Freiheitsversprechen und Krisenerfahrung, Hyperflexibilität und Zukunftsangst sowie Überinformation und Orientierungslosigkeit.
Was dieses Buch dabei freilegt: Der Grund des Unglücklichseins liegt nicht allein im Einzelnen begründet, es sind vielmehr gesellschaftliche Strukturen, die dafür verantwortlich zeichnen. Daher stößt die „Therapiegesellschaft“, als die Millennials sich selbstironisch bezeichnen, an Grenzen: Therapeutische Hilfe versucht, das Individuum zu reparieren – dieses Buch versucht darüber hinaus auch die politischen, kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen aufzuzeigen, die Millennials herausfordern.
Im Umgang mit diesen Herausforderungen will ich keine Musterlösungen von der Stange bieten, sondernden Leser:innen Tools aus einer über 2000 Jahre alten Disziplin an die Hand geben, um ihnen einen positiven Umgang mit der Komplexität der Gegenwart und ein selbstbestimmtes Leben im Angesicht realer Grenzen zu ermöglichen.
„Das Millennial Dilemma“ verbindet persönliche Nahsicht mit philosophischer Tiefenschärfe und gesellschaftspolitischer Analyse. Aus Beobachtungen aus meinem eigenen Alltag entwickle ich gesellschaftsrelevante Fragen und Antworten – zugänglich, präzise und in einem Stil, der hoffentlich neben Millennials auch GenZ oder Boomer anspricht.
2026 ist mein Buch Intentionalität und Künstliche Intelligenz. Sind bewusste Maschinen möglich? erschienen!
Das Buch untersucht, ob und in welchem Sinn KI-Systemen Intentionalität zugesprochen werden kann. Ausgehend von der klassischen und der zeitgenössischen Intentionalitätsdebatte entwickelt Dorothea Winter eine starke Definition von Intentionalität und prüft deren Übertragbarkeit auf KI-Systeme. Das Buch richtet sich an Philosoph:innen, Kultur- und Geisteswissenschaftler:innen sowie an alle, die die Grundlagen des Denkens, Erkennens und Verstehens im Kontext technischer Intelligenz neu befragen wollen.
2023 ist KI, Kunst und Kitsch. Ein philosophischer Aufreger veröffentlicht worden
Kunst galt lange als letzte Bastion des Menschlichen gegenüber Künstlicher Intelligenz. Seit KI-generierte Bilder für Millionen US-Dollar versteigert und Dichterpreise an ChatGPT vergeben werden, stellt sich die Frage: Müssen wir uns auch auf dem Feld der Kreativität geschlagen geben? Und selbst wenn sie nicht als Kunst durchgehen, haben KI-„Werke“ doch Einfluss auf Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft – die Manipulation von Kaufentscheidungen ist da nur eine Gefahr. Am Beispiel Kunst lotet Dorothea Winter aus, was wir vom KI-Einsatz erwarten dürfen – und müssen. Entlang der Fragen „Was ist KI?“ und „Was ist Kunst?“ entwickelt sie belastbare Kriterien, um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz zu identifizieren und einzuschätzen. Der Essay bietet damit eine stabile Grundlage, um in den Diskurs einzusteigen und Position zu beziehen.
„In diesem sehr lesenswerten Buch schlägt Dorothea Winter den großen Bogen vom geschichtlichen Wandel des Kunstbegriffes bis hin zu konkreten Vorschlägen, wie die Möglichkeiten heutiger KI zu einer Demokratisierung von Kunst(schaffen) führen könnten. Lässt sich eine weitere Kränkung der Menschen noch abwenden? Lesen Sie selbst!"
– Dr. Aljoscha Burchardt, Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, Berlin
2022 ist mein Masterarbeit bei Metzler erschienen!
KI fährt Auto, erkennt Krebs und sucht Bewerber:innen aus – und das teilweise besser, schneller und sicherer als jeder Mensch. Kreativität respektive Kunst schien lange Zeit eine der letzten Bastionen des Menschlichen zu sein. Doch auch das scheint überholt: Inzwischen malt KI wie Rembrandt und komponiert wie Beethoven. Und das so gut, dass nicht einmal Expert:innen noch Mensch von Maschine zu unterscheiden vermögen und die Werke für Millionenbeträge verkauft und prominent ausgestellt werden. Da stellt sich die Frage: Wozu braucht es noch menschliche Künstler:innen?
Ich prüfe im Buch philosophisch-ästhetisch fundiert, ob KI es prinzipiell vermag, Kunst zu schaffen. Und das mithilfe des prominenten kantischen Kunstbegriffs. Darüber hinaus wird gezeigt, dass dieser Kunstbegriff keineswegs outdated ist, auch wenn er mehr als zweihundert Jahre alt ist, und welche kantischen Elemente sich auch im deutschen Urheberrecht und bei dem Aktionskünstler Joseph Beuys finden und warum KI keinem dieser Kunstbegriffe entsprechen kann.
Ich war eine von 20 Expert:innen, die im Rahmen der deutschlandweit ersten Studie zu Auswirkungen von KI auf Bildende Kunst befragt worden ist.